Für Hobbygärtner sollte sich grundsätzlich die Frage stellen, ob der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wirklich notwendig ist, denn anders als im Erwerbsanbau sind Freizeitgärtner nicht auf hohen Ertrag und makellose Ernteprodukte angewiesen. Dennoch ist ein üppiger Ertrag der schönste Lohn für die Mühen der Gartenarbeit. 

Im Erwerbsanbau beurteilen Obst- und Gemüseproduzenten die Notwendigkeit von Pflanzenschutzmaßnahmen nach speziellen Schadensschwellen einzelner Schaderreger. Solche wirtschaftlichen Schadensschwellen legen für typische Schaderreger eine bestimmte Populationsdichte (Anzahl der Schaderreger je Pflanze, Fläche oder Raumeinheit zu einem bestimmten Zeitpunkt) fest. Erst wenn diese Werte überschritten werden, ist mit wirtschaftlichen Schäden zu rechnen, und damit wird der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln als erforderlich angesehen. 

Bei Infektionsgefahr mit Pilzkrankheiten (rechts die typischen Symptome bei Schorfbefall) kommen Fungizide vorbeugend zum Einsatz. Sie bilden einen Schutzfilm auf den behandelten Pflanzenteilen, dringen gleichzeitig in das pflanzliche Gewebe ein und entfalten dort ihre Tiefenwirkung. Sehr viel gelassener kann der Hobbygärtner an die Beurteilung herangehen. Insbesondere Schädlinge wie Blattläuse können im Kleingarten länger toleriert werden. Junge Pflanzen nehmen durch Befall eher Schaden als ältere.

Anders zu bewerten sind Pilz-Krankheiten. Hier sollten Sie nicht abwarten, bis ein bestimmtes Aus­maß an Schaden erreicht ist, um dann erst Gegenmaßnahmen einzuleiten. Pilztötende Mittel (Fungizide) müssen bei lnfektionsgefahr schon vorbeugend eingesetzt werden. Muss aufgrund bestimmter Witterungsbedingungen mit speziellen Krankheiten gerechnet werden, sollte ein schützender Belag aus Pflanzenschutzmitteln wiederholt auf die Pflanzen aufgebracht werden. Nur dann lassen sich Pilzkrankheiten einschränken.

Die Wühlmaus

Schädigungen durch Wühlmäuse erkennen Sie bei Obstbäumen und anderen Gehölzen daran, dass die Pflanzen plötzlich ohne ersichtlichen Grund absterben. Wenn Sie die Pflanzen ausgraben, so merken Sie, dass sie sehr locker in der Erde stehen und sich zum Teil leicht aus dem Boden ziehen lassen. Der Grund: Die Wurzeln sind bis auf einen Stumpf abgenagt. Neben den Wurzeln von Gehölzen werden aber auch Blumenzwiebeln, Knollen und verschiedene Wurzelgemüse gefressen. 

Die Wühl- oder Schermaus lebt in dicht unter der Erdoberfläche liegenden Gangsystemen. Bei ihrer Wühltätigkeit wirft sie längliche, flache Erdhaufen auf, die meist mit Gras oder Wurzeln durchzogen sind. Aus diesem Grund wird ihr Auftreten auch oft mit dem des Maulwurfs verwechselt. Dessen Erdhaufen sind jedoch rundlich und größer und werden in regelmäßigen Abständen aufgeworfen. 
Wühl- oder Schermäuse treten vor allem dort auf, wo Wiesen oder Brachland an die Gartengrundstücke angrenzen. In wühlmausgefährdeten Gärten bietet sich jetzt eine Bekämpfung dieser Schädlinge an, denn im nahrungsarmen Winter nehmen die Tiere die Köder besser an als im Sommerhalbjahr. 
Zur Bekämpfung der Wühlmäuse gibt es neben einigen im Handel erhältlichen Präparaten und Fallen eine Vielzahl von Rezepten und Empfehlungen. Eine Methode, mit der man die leidigen Nager für immer los wird, gibt es leider nicht. Für den von Wühlmäusen geplagten Gartenbesitzer bieten sich nur zwei Verfahren an, die einen gewissen Erfolg versprechen: der Fallenfang und das Auslegen von Ködern. 

Fallen 
Im Fachhandel sind verschiedene Fallentypen erhältlich, die alle in einen Wühlmausgang eingesetzt werden. Für die Anwendung im Haus-und Kleingarten eignet sich ,,Neudorffs Wühlmausfänger“ (Neudorff) gut, da diese Kunststofffalle einfacherzu handhaben ist als die so genannten Drahtfallen. Als Köder dient ein Stück Möhre oder Sellerie. 
Um die Falle aufzustellen, müssen Sie einen Gang in der Randzone des Gangsystems so öffnen, dass die Falle gut hineinpasst. Der Fanggang sollte mindestens auf einer Länge von 30cm gerade verlaufen, d.h., dass dicht vor der aufgestellten Falle keine Gangbiegung oder Abzweigung sein darf. 
Vor der ersten Benutzung sollten Sie die Falle gründlich mit Erde abreiben, damit sie Erdgeruch annimmt. Die gespannte und beköderte Falle wird ganz dicht vor die Gangöffnung geschoben, sodass Licht- und Lufteinfall in den Gang vermieden werden. Verbleibende Ritzen werden vorsichtig mit etwas Erde abgedeckt. 


Köder 
Handelsübliche Fertigköder müssen direkt in die Gänge gelegt werden, da sonst die Gefahr besteht, dass sich andere Tiere, z.B. Vögel, vergiften. Folgende Präparate können nach Gebrauchsanleitung eingesetzt werden: 

,,Quiritox Neu“ (Neudorff), 
,,Wühlmaus-Riegel Cumatan“ (SpiessUrania), 
,,Wühlmausköder Arrex“ (Celaflor) und 
,,Wühlmausköder“ (Bayer). 

Alle anderen Köder-mittel sind sehr giftig und sollten daher im Garten keine Anwendung finden. Vom Einsatz so genannter Begasungspräparate muss ebenfalls abgeraten werden, da die Begasungsmethode nur sinnvoll ist, wenn sie großflächig angewandt wird. Außerdem werden durch die giftigen Gase auch die unter Naturschutz stehenden Maulwürfe getötet. 
Nach bisherigen Erfahrungen und Untersuchungsergebnissen wirken weder Ultraschallgeräte noch andere Wellen erzeugende Apparate gegen die Wühlmaus. Gleiches gilt für Feindpflanzen wie Wolfsmilch oder Vergrämungsmittel, die die Tiere durch ihren Geruch vertreiben sollen.

 

Schäden an Zimmerpflanzen

Im Winter zeigen Zimmerpflanzen häufig braune Blattränder und -spitzen, und Grünpflanzen leiden oftmals unter verstärktem Blattfall. Ursache sind meist nicht Schaderreger wie Pilze oder Insekten, sondern ungünstige Umweltbedingungen. 

Blattfall, wie er oft bei der Birkenfeige (Ficus benjamina) beobachtet werden kann, ist bei allen immergrünen Pflanzen eine ,,normale Alterserscheinung“: Ältere Blätter werden nach einer bestimmten Zeit abgeworfen. Kurze Tage und geringe Lichteinstrahlung im Winter verstärken solch natürliche Reaktionen, sodass es oft zu regelrechtem Laubfall kommt. 

Braune Blattränder können nicht nur auf ungünstiges Raumklima zurückgehen, oft sind verfaulte Wurzeln die Ursache. Sofern Zimmerpflanzen nicht zu nah an der Heizung stehen, brauchen sie im Winter weniger Wasser als im Sommer, da sie aufgrund niedrigerer Temperaturen und geringerer Lichteinstrahlung auch weniger Wasser verdunsten. In vielen Fällen wird aber das Gießverhalten nicht an die veränderten Bedingungen angepasst, so dass es schnell zu Wurzelfäule kommt. 

Die so geschädigten Pflanzen können mit den wenigen verbleibenden Wurzeln nicht mehr genügend Wasser aufnehmen, sodass sie je nach Art mit Blattverbräunungen, Blattfall oder Welkesymptome reagieren. Häufig wird die kränkelnde Pflanze dann besonders gut mit Wasser versorgt, und eine Extragabe Dünger soll die Wuchskraft fördern. 

Leider wird mit dieser gut gemeinten Maßnahme genau das Gegenteil bewirkt, denn zusätzliche Wasser- und Düngergaben verstärken die Wurzelfäuleproblematik. Zimmerpflanzen sollten besonders im Winter sehr zurückhaltend gegossen und gedüngt werden, denn es gilt: Die meisten Zimmerpflanzen verwelken, weil sie zu Tode gegossen werden!